Stehengeblieben.

Weil mich in den vergangenen Wochen gefühlte siebunddreißigtausend Menschen danach gefragt haben und ich beim besten Willen nicht nochmal jemandem face-to-face erklären kann und möchte, was passiert ist, schreib ich an dieser Stelle kurz, was sich getan hat und warum.

Ich bin noch in Wien. Ich wollte schon längst in Berlin sein; die Abschiedsparty hat stattgefunden, die Wohnung hier war fast leer geräumt und die Koffer standen gepackt herum.

Mein halbes Leben lang wollte ich schon nach Berlin ziehen und das nicht (nur), weil Die Ärzte dort gelebt haben. Durch den Studienabschluss und das Beenden meiner derzeitigen Arbeit war der Zeitpunkt ideal – und wenn der eigene Freund aus beruflichen Gründen auch nach Berlin zieht, ist das natürlich noch der ultimative Bonus. Aber manchmal kommt es leider nicht so, wie man gerne hätte.

Wenn man bemerkt, dass einen das eigene Privatleben ganz und gar nicht mehr glücklich macht und die Ressourcen frisst, die man für sich selbst und die eigenen Projekte bräuchte, dann stimmt etwas nicht. Aber solche Dinge werden einem oft viel zu spät bewusst. Im schlimmsten Fall erst, wenn man schon in der neuen Stadt sitzt und am ersten Abend feststellt, dass die Beziehung gescheitert ist und man nur ungern in einer solchen Zeit ganz allein sein möchte.

Nach einem Tag in Berlin habe ich die Stadt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion also wieder verlassen, ganz im Dramaqueen-Style den ersten Flieger am nächsten Tag gebucht, um wegzukommen. Weil die wichtigsten Menschen um mich in Wien leben und mich dort auffangen.

Schade um die vergeudete Zeit; zurück auf Anfang. Macht aber nichts, meist ist man am Ende ohnehin froh darüber, dass die Dinge so sind, wie sie sind.

Immerhin – ich bin wieder voller Ideen, Inspiration und Freude über die Dinge, die da kommen und passieren werden. Eine ganze Menge davon. Ich freu mich drauf. Ob in Berlin, Wien oder ganz woanders, wird sich noch zeigen.

Foto: Michaela Wein

1 thought on “Stehengeblieben.

  1. Rosenresli says:

    Wir fangen dich immer auf und es tut mir/uns weh, wenn dein Privatleben offenbar nicht optimal gelaufen ist und ich es nicht mal gemerkt habe!
    Aber auch mein Berufs- und Privatleben frisst soviele Ressourcen oder ich lasse mir soviele Ressourcen wegfressen, dass ich auf meine erwachsenen Schwester so wenig achte!
    Dabei war es für mich so eine Freude, dass ich nach 1 Jahrzehnt als Einzelkind endlich zwei knubbelige Schwestern hatte!

    Michi, ich und meine kleine Familie, wir freuen uns, dass du uns noch ein Weilchen erhalten bleibst – nicht nur wegen der Katzen, die meine Kinder dann wieder jagen können!

    Ich drücke dich ganz fest! Wir fallen aller immer wieder hin, wichtig ist, dass wir wieder aufstehen und mit neuem Elan durchstarten!
    Bussi!!

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